Agroforst-Monitoring der Universität Münster auf einem Bauernhof in der Prignitz mit einigen Erdkindern

Agroforst-Monitoring der Universität Münster auf einem Bauernhof in der Prignitz mit einigen Erdkindern

Im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts untersuchen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Münster die ökologischen und landwirtschaftlichen Potenziale von Agroforstsystemen auf 18 Höfen in ganz Deutschland, darunter einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Prignitz. Ziel des Monitorings ist es, wissenschaftliche Daten zu erheben und gleichzeitig praxisnahe Lösungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft zu entwickeln. Agroforstwirtschaft – die Kombination von Bäumen mit landwirtschaftlichen Nutzpflanzen oder Viehhaltung – bietet vielfältige ökologische Vorteile. Sie gilt als ein vielversprechender Ansatz, um Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, Wasser in der Landschaft zu halten, Biodiversität zu fördern und dem Klimawandel resilienter zu begegnen. Im Fokus des Monitorings stehen:

  1. Vegetation
    Es wird die Entwicklung verschiedener Pflanzenarten in und außerhalb der Baumstreifen dokumentiert. Dabei stehen sowohl Kulturpflanzen als auch Wildkräuter im Fokus. Ziel ist es, Wechselwirkungen zwischen Gehölzen und Unterkulturen zu verstehen und Hinweise auf Verbesserungen im Anbau zu gewinnen.
  2. Fauna
    Durch regelmäßige Erfassungen von Insekten und Vögeln wird die Wirkung des Agroforstsystems auf die Artenvielfalt analysiert. Erste Ergebnisse deuten auf eine höhere Insektendichte und mehr Vogelarten in den mit Bäumen durchsetzten Parzellen hin.
  3. Abiotische Umweltfaktoren
    Auch Faktoren wie Bodenfeuchte, Bodentemperatur, Nährstoffgehalt und Mikroklima werden gemessen. Dabei zeigt sich, dass die Gehölzstrukturen helfen, Wasser länger im Boden zu halten und extreme Temperaturen abzumildern – ein klarer Vorteil in trockeneren Jahren.

Basierend auf den erhobenen Daten entwickelt das Forschungsteam gemeinsam mit den Landwirten vor Ort konkrete Empfehlungen. Dazu zählen Maßnahmen wie:

  • Mulchstreifen entlang von Baumreihen zur Wasserspeicherung,
  • Auswahl trockenresistenter Pflanzpartner,
  • gestaffelte Blühzeiten zur Förderung von Bestäubern.

Ein zentrales Anliegen ist die Förderung der biologischen Vielfalt – nicht nur als ökologisches Ziel, sondern als funktionale Grundlage für stabile, produktive Agrarökosysteme. Biodiversität bietet natürliche Schnädlingskontrolle, verbessert die Bestäubung und erhöht die Resilienz gegenüber Umwelteinflüssen.

Jugendliche unserer Schule nahmen aktiv an der Datenerhebung teil, führten Vegetationsaufnahmen durch, dokumentierten Arten und Anzahl verschiedener Laufkäfer und lernten so praxisnah ökologische Zusammenhänge kennen. Ihr Engagement macht das Projekt auch zu einem Bildungsort für nachhaltige Entwicklung. Die dabei genutzten Methoden und Bestimmungshilfen werden auf der Farm in Klein Lüben zur Erfassung der Biodiversität genutzt werden. 

Nach oben scrollen